König-Albert-Stein

 


Arbeitsgruppe Denkmale und Bebauung

Das Ziel der Gruppe ist die Pflege, Erhaltung und Erforschung von Denkmalen sowie deren Publikation. Die Erhaltung , Erschließung und die Sanierung der baulichen Anlagen für die Besucher des Kamenzer Hutberges.


Gemeinsamer Arbeitseinsatz zur Wiedererrichtung des König-Albert-Steins.

Bei Fundamentarbeiten zur Wiedererrichtung des König-Albert-Gedenksteins wurde in einer Flasche eine Urkunde, Münzen und Gewehrkugeln gefunden.

Eine inhaltliche Abschrift dieser Urkunde wurde angefertigt.

Wiedereinweihung des König-Albert-Steins am 26. Oktober 2002

Ansprache zur Wiedereinweihung des König-Albert-Steins durch den Projektgruppenleiter Herrn G. Eisold

Seine Königliche Hoheit Prinz Alexander von Sachsen,
sehr geehrter Herr Bürgermeister Bock,
verehrte Damen und Herren Stadträte,
liebe Gäste und Schüler der 1. Grundschule Kamenz

Die Projektgruppe Bau und Denkmale im Förderverein Hutberg Kamenz e.V. hat sich zum Ziel gestellt, die zahlreichen Gedenksteine und Denkmäler auf dem Hutberg zu pflegen, zu erhalten und zu erforschen. Dazu gehört auch, sie den Besuchern des Hutberges in gepflegter Umgebung zu präsentieren.

Als die Mitglieder der Projektgruppe sich der Idee annahmen, den doch etwas abseits stehenden König-Albert-Stein wieder aufzustellen, ahnte noch keiner von uns, dass so viele Menschen aus Anlass seiner Wiederherstellung sich heute hier versammelt haben.

Viele Jahre lag der Granitblock umgekippt an dieser Stelle. Die Wenigsten wussten, dass es ein Gedenkstein war.

Am 10. Juli 1999 - es war ein Samstag vormittag trafen sich Elke Handrick, Ernst Hentschel, Hans Demski, Dietmar Mütze, Otmar Mehnert, Christian Segelitz und ich, bestückt mit Hacke und Schaufel, um den Stein auf ein neues Fundament zu setzen.

Beim Ausschachten der Grube für dieses Fundament fanden wir unerwartet eine zerbrochene grüne Glasflasche in der ein zusammengerolltes Schriftstück lag. Nach behutsamen Öffnen erkannten wir, dass dies die Gründungsurkunde war und von Wilhelm Weiße verfasst wurde.

Dieser Fund war Anlass, die historischen Hintergründe der Errichtung des Gedenksteines zu erforschen. Nach vielen Wochen des Suchens im Stadtarchiv konnte Ulrike Pfennig in den Kamenzer Wochenschriften von 1896 die Quellen dafür finden.

In der Kamenzer Wochenschrift vom 19. Januar 1896 steht geschrieben, dass der König-Albert-Stein das Reliefbild Sr. Maj. König Albert in Bronze trägt. Hergestellt wurde es damals in Lauchhammer. Von diesem Bild zeugen heute noch die vorhandenen Löcher in der Front des Steines. Die originale Plakette ist nicht mehr vorhanden.
Ein Aufruf in der Presse nach alten Fotos von dem Stein brachte keinen Erfolg, so dass wir uns entschlossen eine ebenbürtige Nachbildung fertigen zu lassen.
Leider existiert die Originalform nicht mehr. Eine neues Formenmodell für die Plakette konnte uns der Bildhauer Effenberger aus Weinböhla herstellen und der Bronzeguß erfolgte wieder, wie vor 106 Jahren, in der Kunstgießerei Lauchhammer.
Den vorsichtigen Transport nach Kamenz übernahm unser Vereinsmitglied Werner Großmann.
Durch die geübte Hand von Hans Demski wurde gestern die neue Bronzeplakette am Stein befestigt. Der Stein selbst ist ein 2 Meter hoher und ca. 40 Zentner schwerer Granitblock, der in der Form eines Obelisken in den Steinbergen bei Rehnsdorf gefunden wurde. Diese Form hat die Natur geschaffen, kein Meißel berührte ihn jemals.
Das Umfeld wurde durch die Projektgruppe Grünanlagen bereinigt und behutsam neugestaltet.
Vor dem Hintergrund zu wissen, dass Wilhelm Weiße, damals der Eigentümer dieses Grundstückes war und die Stadt Kamenz heute Eigentümer ist, möchte ich zum Schluß aus der Stiftungsurkunde, die Wilhelm Weiße am 18. Januar 1896 hier an dieser Stelle vorgetragen hat, zitieren.

Zitat: ?Der jeweilige Besitzer, resp. Käufer hat das Denkmal nach jeder Richtung zu respektieren und dasselbe in einem dem Namen und der Sache würdigen Zustande zu erhalten ...? Zitat Ende
In diesem Sinne verstanden wir es dieses Denkmal wiederherzustellen.
Und nun bitte ich die Schüler der 4. Klasse der 1. Grundschule die Verhüllung vom Stein nehmen.